Oktober 2010
Der Blick ins kranke Gelenk - Arthroskopische Operationen
Fortschritte der Technologie der letzten Jahre machen chirurgische Operationen innerhalb von Gelenken möglich, ohne diese mit großen Schnitten öffnen zu müssen: Die Arthroskopie oder Gelenkspiegelung. Der Begriff Arthroskopie leitet sich aus dem Griechischen ab: “Arthros” bedeutet Gelenk, “skopein” schauen. Mit Hilfe eines Spezialendoskops (Arthroskop) können spezialisierte Ärzte den Gelenkraum von innenbetrachten und eine genaue Diagnostik von Gelenkerkrankungen oder Verletzungen durchführen. In der Regel enthält das Arthroskop ein Stablinsen-System zur Vergrößerung, eine Lichtquelle, und eine Spül- und Absaugvorrichtung. An das Arthroskop ist auch eine Videokamera angeschlossen und es können verschiedene spezielle Instrumente eingeführt werden, z.B. für eine Operation. Es gehört mittlerweise zum Standard der modernen Gelenkchirurgie durch die Miniaturlinsen photographische Aufnahmen und Videodokumentationen von Gelenken zu erstellen.
Die zunehmende Miniaturisierung der chirurgischen Arbeitsinstrumente ermöglicht inzwischen früher nicht denkbare Formen der operativen Behandlung von Gelenkschäden. Die notwendige Spezialisierung erlernen die Ärzte in langjähriger Ausbildung. Es erfordert eine dauernde Beschäftigung des Arztes mit der Materie und eine hohe Zahl von ihm durchgeführter Eingriffe, damit der Mediziner über die entsprechende Routine verfügt. In München wird diese Art von minimalinvasiver Gelenkchirurgie in größerer Zahl an einigen Krankenhäusern oder spezialisierten Praxiskliniken durchgeführt.
Inzwischen werden arthroskopische Eingriffe an fast allen Gelenken des menschlichen Körpers durchgeführt, wobei sich die Operationen an sehr kleinen Gelenken noch in der Entwicklung befinden. Der Großteil der Eingriffe in Deutschland entfällt dabei auf das Knie-/ und Schultergelenk. Einen großen Zuwachs haben in den letzten Jahren aber auch Eingriffe am Hüft- / und Sprunggelenk erfahren. Im Zentrum der Behandlungen stehen dabei vor allem degenerative Veränderungen wie Knorpelschäden oder Meniskusschäden (Knie) oder aber die Behandlung von Sportverletzungen. So können zum Beispiel Verletzungen des Bandapparates an Knie und Schulter nahezu ausschließlich arthroskopisch versorgt werden.
Im Bereich des Sprunggelenkes können Folgen von Unfällen mit auftretenden Vernarbungen oder Knorpelschäden erfolgreich behandelt werden. Am Hüftgelenk stehen Eingriffe zur Vermeidung von Arthrose im Mittelpunkt des Interesses, da oft eine gewisse Fehlbildung des Gelenkes zu verfrühter Abnutzung führen kann. Diese Fehlbildungen lassen sich in vielen Fällen mittels arthroskopischer Behandlung therapieren.
Der große Vorteil an der arthroskopischen Behandlung liegt bei allen Gelenken in der geringen Traumatisierung des Gewebes. Dadurch wird eine viel schnellere Rehabilitation des Patienten möglich, als es bei einem größeren Schnitt mit offener Operation der Fall wäre.









Korinna Schroll