Dezember 2010
Hautkrebsvorsorge  und Sonnenschutz
– nicht nur im Sommer ein Thema
Mensch und Natur sind im hohen Maße von der Sonne abhängig. Ohne sie gäbe es kein Leben auf der Erde. Doch die Sonne hat auch ihre Schattenseiten. Trotz Warnungen der Experten wurde in den letzten Jahren eine extreme Zunahme der Hautkrebserkrankungen festgestellt. Hautkrebs ist inzwischen weltweit die häufigste Krebserkrankung überhaupt. Die UV-Strahlung des Sonnenlichts kann das Erbgut von Hautzellen schädigen und so Hautkrebs hervorrufen.
Zusammenhang von Sonne und Hautkrebs vielfach bestätigt
In zahlreichen Untersuchungen wurde der Zusammenhang von hoher UV-Belastung und der Entstehung von Hautkrebs nachgewiesen. Sonnenlicht gilt mittlerweile als der bedeutendste Risikofaktor für sowohl schwarzen Hautkrebs, das so genannte maligne Melanom, als auch nicht-melanozytären Hautkrebs (auch weißer oder heller Hautkrebs), zu dem das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom (auch Spinaliom) gehören.
Die Haut vergisst nichts
Gebräunt aus dem Wochenende oder dem Urlaub zurückzukehren, ist für Viele ein Muss. Prinzipiell ist gegen eine gesunde Hautbräune auch nichts einzuwenden. Doch die Grenze zum gefährlichen Sonnenbrand ist beim Sonnen ohne Schutz schnell überschritten. Die Haut hat ein gutes Gedächtnis. Sie vergisst keinen einzigen Sonnenbrand und erinnert sich an jede Stunde in der Sonne. Nicht nur die kurzzeitige starke UV-Belastung, die zu einem Sonnenbrand führt, ist schädlich, sondern auch die Gesamtdosis an Sonnenstunden, die man im Laufe des Lebens erreicht.
Achtung Höhenlagen
Ein Sonnenbrand wird im Winter weniger schnell bemerkt als im Sommer. Vor allem in Höhenlagen ist die Sonneneinstrahlung viel intensiver und führt schnell zu nachhaltigen Schäden der Haut. Achten Sie deshalb vor allem beim Wintersport auf ausreichenden Sonnenschutz
Frühe Entdeckung entscheidend für die Prognose
Schwarzer Hautkrebs breitet sich frühzeitig in andere Organe aus und ist dann kaum noch heilbar. Deshalb ist es vor allem beim schwarzen Hautkrebs eine frühzeitige Diagnose von entscheidender Bedeutung für die Prognose. Ist ein Melanom noch klein und wächst nur in der Oberhaut, bestehen gute Chancen, dass es durch eine Operation vollständig entfernt werden kann. Dringt der Tumor dagegen bis in die zweite Hautschicht (Lederhaut) vor, bekommt er Zugang zu den Blut- und Lymphgefäßen und die Krebszellen werden in diesem Fall in andere Organe wie Lunge, Knochen, Leber, Gehirn oder Lymphknoten transportiert und siedeln dort Tochtergeschwülste (Metastasen) ab.
Computergestützte Hautkrebsvorsorge mit modernen Diagnosegeräten
Die Hautkrebsvorsorge dient dem rechtzeitigen Erkennen von bösartigen Geschwülsten der Haut in einem heilbaren Stadium. Durch eine computergestützte Untersuchung wird die effektive und genaue Hautkrebsvorsorge effektiver und genauer und gleichzeitig wird die Anzahl der zu entfernenden Muttermale so gering wie möglich gehalten.
Mit einer digitalen Hochleistungs-Videokamera können Muttermale und Hautveränderungen mit mikroskopischer Auflösung fotografiert, archiviert und anschließend im Computer zur Analyse aufbereitet. Bei der Bewertung von Pigmentmalen kann die Expertensoftware der Universität Tübingen unterstützend eingesetzt werden.
Diagnostik der Hautkrebsvorsorge
Bei der Beurteilung einer Hautveränderung sind vor allem die Größe, Färbung, Begrenzung und Form eines Pigmentmals von großer Bedeutung. Zunächst werden alle Muttermale am Körper mit der Auflichtlupe (Dermatoskop) in10-facher Vergrößerung mit polarisiertem Licht angeschaut. Hier lassen sich bereits verlässliche Aussagen über verdächtige Male machen.
Anschließend werden alle klinisch auffälligen Male mit einem Farbstift markiert. Danach können die Muttermale mit einer digitalen Kamera in Übersichts- und in Einzelaufnahmen bis zu 100-fach vergrößert videodokumentiert werden. Die Ergebnisse werden im Anschluss mit einer entsprechenden Datenbank verglichen. Dadurch lassen sich die Pigmentmale weiter einteilen und besser nachkontrollieren.
Bei Kontrolluntersuchungen können anhand der Voraufnahmen zusammen mit dem Patienten die Veränderungen besprochen werden. Diese Methode ist nach heutiger Lehrmeinung die effizienteste zur dynamischen Erfassung von Pigmentmalen und bietet gegenüber anderer Untersuchungsmethoden folgende Vorteile:
- Viel höhere Vergrößerung der Muttermale.
- Viel höhere Genauigkeit, mit der die Muttermale beurteilt werden können.
- Bessere Kontrollmöglichkeit bzw. Verlaufskontrolle.
- Mögliche bösartige Veränderung können früher entdeckt werden.
- Festlegung von Untersuchungsintervallen anhand eines individuell erstellten Risikoprofils
- Einsparung unnötiger Operationen.
Untersuchung beim Spezialisten
Aufgrund der Größe des Hautorgans, der Individualität, der Hautfarbe und der psychosomatischen Beeinflussung sind die Dermatologen täglich mit unterschiedlichsten Hautveränderungen befasst. Nur durch Erfahrung und konsequenter Weiterbildung können die Spezialisten zuverlässig Ihre Hautveränderungen diagnostizieren und therapieren.









Korinna Schroll