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Januar 2015

Fersensporn-Syndrom

Unter dem Begriff Fersen-Sporn-Syndrom werden Beschwerden zusammengefasst, die im Bereich der Ferse, d. h. der belasteten

Ferse auftreten. Ursache ist eine Überlastung der Sehnenplatte, die zwischen Fersenbein und den Mittelfußköpfchen verläuft.

Diese √úberlastung f√ľhrt zu kleinen Fasereinrissen dieser Plantarfascie (Sehnenplatte), die eine Entz√ľndungsreaktion hervorrufen im Gewebe um diese Sehnenplatte und auch den Knochen betreffen k√∂nnen. So kann es begleitend zu einer Knochenentz√ľndung kommen, die sich im Kernspin (MRT) als sogenanntes √Ėdem, also Wassereinlagerungen im Knochen darstellt. Auch kann diese Sehnenplatte Wasser aufnehmen. Das macht sie dann, wenn eben verschiedene Fasern eingerissen sind und eine Entz√ľndungsreaktion um diese Sehnenfasern herum auftritt. Aber nicht nur am Ansatz k√∂nnen diese √úberlastungsph√§nomene auftreten, sondern auch im Verlauf der Plantarfascie, was sich darin √§u√üert, dass weiter zehenw√§rts die Schmerzen vorhanden sind.

Insgesamt können Ursachen sein:

√úbergewicht, relative √úberlastung, d. h. vorher weniger Belastung, dann pl√∂tzlich mehr Belastung, z. B. nach einer l√§ngeren Wanderung oder nach der Aufnahme von regelm√§√üigem Laufen. Urs√§chlich ist aber auch eine Verk√ľrzung der gesamten r√ľckw√§rtigen Oberschenkel- und Wadenmuskulatur, die zu verst√§rktem Zug an der Achillessehne und ihren Ausl√§ufern zur Plantarfascie f√ľhrt. Dieser Spannungszustand der sogenannten ischiocuralen Muskulatur, also der Muskulatur vom Becken zum Knie, vom Knie zum Sprunggelenk findet sich auch bei Wirbels√§ulenfehlhaltungen. Hier ist vor allen Dingen die h√§ufige kyphotische Fehlhaltung der Wirbels√§ule zu ber√ľcksichtigen, d. h. eine Vorw√§rtsbiegung der Brustwirbels√§ule und eine Vorw√§rtshaltung der Schulterbl√§tter.

Therapie:

Der Spannungszustand der Muskulatur muss gesenkt werden, d.h. es m√ľssen manuelle Dehnungen der ischiocuralen Muskulatur erfolgen, Aufrichtung der Wirbels√§ule und R√ľckf√ľhrung der Schulterbl√§tter.

Wenn die akute Phase vorbei ist, k√∂nnen auch Dehnungs√ľbungen in Eigenregie durchgef√ľhrt werden, z. Bb. Dehnung der Unterschenkelmuskulatur an der Treppenstufe und √§hnliches. Erg√§nzend dazu ist es vorteilhaft eine sogenannte Nachtfu√ülagerungsschienein 90 Grad zu tragen (AFO ankle foot orthosis). Diese kann nachts angelegt werden. Das hat den Vorteil, dass die Spitzfu√üstellung w√§hrend des Schlafens aufgehoben ist und so die morgendlichen Anlaufschmerzen verbessert werden k√∂nnen.

Direkt am Ort des Schmerzgeschehens wirken Einlagen (pedcad Einlagen CAD gefr√§st nach den Pedographiedaten der Fussdruckmessung), die einerseits √ľber die Entspannung der Plantarfascie, andererseits √ľber D√§mpfung des gereizten Areals und Lastumverteilung im Bereich der Ferse wirksam sind.

Die Stoßwellentherapie ist eine mechanische Druckbehandlung, die hochfrequent mit Energien zwischen 2 und 4 bar auf den Plantarfascienansatz appliziert wird. Hier kommt es zur Betäubung der schmerzauslösenden C-Fasern. Es gibt eine Reflexhemmung des Schmerzes und eine Anregung der Collagenfaserneubildung, d.h. die Heilung der Sehnenplatte am Sehnenansatz wir stimuliert.

In Phasen sehr starker Schmerzen kann einmalig eine Cortisonspritze angewendet werden, hierzu wird ein Fu√üblock appliziert, d. h. die Ferse wird schmerzunempfindlich gemacht und dann mit einer zweiten Spritze das Cortison mit Bet√§ubungsmittel (Bupivacain 0,5%) eingespritzt. Hierdurch wird die Entz√ľndungs reaktion vermindert und der Schmerz zumindest vor√ľbergehend gehemmt.

Auch allgemeine Entz√ľndungsreaktionen wie sie bei manchen rheumatischen Erkrankungen oder Erh√∂hung der Harns√§ure vorkommen, k√∂nnen auf das Schmerzgeschehen Einfluss nehmen. Deswegen ist begleitend die Laboruntersuchung mit Bestimmung des CRP und der Harns√§ure sinnvoll.

Entsprechende antientz√ľndliche Therapie mit sogenannten NSAR (nicht steroidalen Antirheumatika) ist dann angezeigt wie Ibuprofen, Acemetacin. Allopurinol zur Senkung der Harns√§ure und di√§tetische Ma√ünahmen werden bei Harns√§ureerh√∂hung √ľber 6 eingesetzt.

Ganz wesentlich f√ľr die nachhaltige Besserung des Schmerzbildes und Ausheilung des Schadens ist eine langfristige Physiotherapie mit Dehnungs√ľbungen, Haltungsver√§nderung und eventuell eine Gangschulung und Laufbandanalyse. Denn auch falsches, ung√ľnstiges Laufen und Gehen wird das Krankheitsbild unterhalten. Wir bieten Ihnen deshalb auch die M√∂glichkeit einer Laufbandanalyse an, die diesen Aspekt korrigieren kann. F√ľhren diese Ma√ünahmen √ľber einen Zeitraum von 3 Monaten nicht zum Erfolg, sind weitere Therapien m√∂glich. Hier zeigt sich, dass Wachstumsfaktoren, gewonnen aus den k√∂rpereigenen Thrombozyten (Blutpl√§ttchen), eine Sehnenheilung stimulieren k√∂nnen.

Im Weiteren sind Ma√ünahmen in Narkose m√∂glich. Hier kann eine endoskopisch kontrollierte Teildurchtrennung der Plantarfascie weiterhelfen oder in speziellen F√§llen auch die operative minimalinvasive Entfernung des Fersensporns. Da die Sehnenheilung beeinflusst wird von der Stoffwechsel- und Teilungsaktivit√§t der Zellen, dauert die Ausheilung sehr lange. Die Wechselrate der Zellen betr√§gt in diesem Bereich etwa acht Wochen, so dass bleibende Verbesserungen immer l√§nger als acht Wochen dauern m√ľssen. Aus diesem Grund ist f√ľr alle diese Therapien sehr viel Geduld vom Patienten n√∂tig.

Zusammenfassung Therapiemöglichkeiten:

Physiotherapie, Dehnung, Triggerpunktbehandlung der gesamten Muskelkette, Haltungskorrektur, K√ľhlung, (Eis).

Einlagen, Nachtschiene, Stoßwellentherapie, Injektion, Eigenblutinjektion, endoskopische Plantarfascientomie, minimalinvasive Fersenspornbehandlung

Autor: Dr. med Christian Kinast

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